Übernahme der Pacht des Erlenbaches

Streuobstwiesen haben wir einige in der Pacht. Damit möchten wir zum Erhalt des Lebensraumes und des Kulturgutes beitragen. Seit Ende 2019 haben wir ein weiteres Stück Land von der Stadt Bad Homburg in der Pacht. Hier wurde bereits durch die Stadt eine initiale Bepflanzung vorgenommen. Jetzt soll dieses zusammen mit angrenzen Stücken ein Musterprojekt der Streuobstwiesenpflege werden.

Erhalt der Sortendiversität

Bisher standen hier auf einem Flurstück 3 Baumreihen an Streuobst. Alle Bäume sind an Privatpersonen vergeben, die sich um Schnitt und Pflege kümmern. Im letzten Herbst kamen weitere 3 Baumreihen dazu. Hier wurden von der Stadt Bad Homburg verschiedene Sorten von Stein- und Kernobst gepflanzt. 

Hochstämmige Apfelbäume
Baumanns Renette Bitterfelder Brauner Mataapfel
Geheimrat Oldenburg Goldparmäne Kaiser Wilhelm
Kardinal Bea Rheinischer Bohnapfel Roter Trierer
Schafsnase Schöner von Nordhausen Zabergäu Renette
     
Hochstämmige Birnenbäume
Gellerts Butterbirne Gute Luise Williams Christ
     
Hochstämmiges Steinobst
Graf Althans Reneklode Hanita Zwetschge Mirabelle von Nancy

In den nächsten ein bis zwei Jahren erfolgt der Erziehungsschnitt noch durch den Verein, danach sollen auch diese Bäume von Privatpersonen gepachtet werden können. Um eine fachmännische Pflege der Bäume über die nächsten Jahre sicher zu stellen und damit die Streuobstwiese als solche auch zu halten, werden im Kreis Bad Homburg durch die Stadt auch regelmäßig Baumschnittkurse angeboten.

Bei der Arbeit, die man dann investiert möchte man natürlich auch die Früchte ernten und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das Obst gehört dann dem jeweiligen Pächter und kann beispielsweise in der Lohnkelterei des Vereins zu Saft, Apfelwein oder am Ende sogar zu Obstbrand verarbeitet werden.

Lebensraum für Vögel und Insekten

Neben Wildblumen und Hecken am Rand der Streuobstwiese sind und werden hier auch Nistkästen für Wintervögel platziert. Auch ein wenig Totholz ist gut, um Insekten interessanten Lebensraum zu bieten. Die Hecke dient außerdem dem Schutz vor Mensch und Tier, meist Hund. Was vielen gar nicht bewusst ist: die Streuobstwiese ist nur dann als Lebensraum sinnvoll, wenn sie ruhig gelegen ist. Aus diesem Grund ist auch der Baumschnitt im Frühjahr so sinnvoll. Von hier bis zum Zeitpunkt,  an dem die Wiese einmal gemäht wird um hinterher auch an das Obst heranzukommen, sollte Sie ausschließlich den Insekten und Tieren gehören.

Im Rahmen des Projektes ist zudem das Aufstellen eines Insektenhotels vorgesehen. Auch eine Info-Tafel ist geplant. Das Biotop Streuobstwiese ist facettenreich und genau darauf möchten wir aufmerksam machen.

Ein Highlight: Lebensraum für Erdnister und Eidechsen

Ein Highlight soll der Lebensraum für Eidechsen und Erdnister werden. Auf rund 18 Quadratmetern soll ein Hügel aus Steinen in Südausrichtung entstehen, der eine Oberfläche aus Sand und Lehm, die mit Steinen und Totholz versehen ist, aufweist.  Das sind optimale Bedingungen für die heimische Zauneidechse, aber auch für diverse Wildbienen und Hummelarten.

Jetzt mitmachen

Es gibt viel zu tun: Schautafeln gestalten und aufbauen, Bänke aufbauen, das Insektenhotel stellen und mit "Leben" füllen. Und nicht zuletzt muss viel Sand und Stein bewegt werden. Möchten Sie sich hier einbringen? Wir sind sehr dankbar für jede Hilfe.